Am Dienstag, den 02.06.2020, fand bei bestem Wetter der inzwischen 4. Praxistag unserer Neuimker statt. Pünktlich fanden sich alle um 18:30 Uhr im Horbachpark in Ettlingen bei ihren Bienen ein. Inzwischen haben sich alle auch an die leider immer noch notwendigen Corona-Schutzmaßnahmen gewöhnt. Neuimker und Betreuer arbeiten mit Maske und Handschuhen. Wo immer es geht wird ausreichend Abstand eingehalten.

Auf dem Programm standen diesmal Durchsicht und Ablegerbildung. Die Ableger müssen sich dabei ihre Königinnen selber ziehen. Dazu wurde aus zwei sehr starken und besonders friedlichen Völkern umgelarvt. Das Umlarven von jungen Larven aus befruchteten Eiern ist ein wichtiger Schritt für eine gute Bienenzucht und Erzeugung von leistungsstarken Königinnen. Durch eine manuelle Verlegung von Larven aus einer Brutwabe in künstliche Weiselzellen sollen zielgerichtet junge Königinnen hergestellt werden. So möchte man das Erbgut von Völkern mit guten Eigenschaften an die Ableger weitergeben.

Die Ableger wurden im Anschluss an den Kurstag entweder von den Neuimkern zu sich nach Hause oder an unseren Lehrbienenstand gefahren. Am Lehrbienenstand werden sie ca. 4 Wochen bleiben und dann nochmal gemeinsam gegen die Varroa-Milbe behandelt werden. Danach können auch diese Ableger an ihre Zielstandorte gebracht werden.

Ableger am Lehrbienenstand

Aufgrund der immer noch geltenden Einschränkungen für Vereine kann leider kein Monatstreffen im Juni stattfinden. Die erste Vorsitzende, Hedwig Kohler, hat bei den für unser Vereinsgebiet zuständigen Ordnungsämter nachgehakt. Private Treffen sind inzwischen im bekannten Rahmen möglich, Vereinsaktivitäten sind aber immer noch eingeschränkt. Lediglich der Neuimkerkurs durfte - mit Auflagen - als Ausnahme starten, weil es hier auch um die Tierversorgung geht.

Wir beobachten die Lage weiter und werden, sobald es wieder möglich ist, Treffen organisieren. Bitte nutzt in der Zwischenzeit unser Kontaktformular oder unsere Email-Adresse (imker-ea@web.de), wenn Ihr Fragen habt oder Hilfe bei Euren Bienen benötigt.

Die neuen Infobriefe des Regierungspräsidiums Freiburg von Herrn Bruno Binder-Köllhofer (Fachberater Imkerei) und vom Bieneninstitut in Mayen sind veröffentlicht. In Herrn Binder-Köllhofers Infobrief geht es um die Themen Trachtsituation / Waldtracht, CBPV – Schwarzsucht und neue Fortbildungsmöglichkeiten.

Im Infobrief des Fachzentrums Bienen und Imkerei geht es vor allem um das Thema "Der Imker als Lebensmittelproduzent".

Hier geht es zu den Infobriefen:

Nachdem im Enzkreis die Faulbrut ausgebrochen war, wurde vom Veterinäramt ein Sperrgebiet eingerichtet, das auch teilweise auf die Gemarkungen Ittersbach und Langensteinbach ausgeweitet wurde (siehe Berichte weiter unten).

Die Bienenvölker im Sperrgebiet mussten durch den Amtsveterinär und unseren Bienensachverständigen, Rüdiger Gegenheimer, beprobt werden. Das Ergebnis der Futterkranzproben vom Veterinäramt liegt nun vor: Alle Proben waren ohne Befund! Das ist eine sehr gute Nachricht für alle Mitglieder des BZV Ettlingen und Albgau e.V. und alle Imker bei uns in der Gegend.

Unser herzlicher Dank gilt Rüdiger und den Amtveterinären für ihren tollen Einsatz. Wichtig: Das Sperrgebiet mit allen Auflagen bleibt trotzdem weiterhin bestehen! Daran ändert sich erstmal nichts. Hier der Link zur Karte des Sperrgebiets und den Auflagen:

Allgemeinverfügung des Landratsamt Karlsruhe

Die Vereinten Nationen hatten den 20. Mai Ende 2017 offiziell zum Weltbienentag ausgerufen. Die Wahl dieses Datums geht auf den slowenischen Imkerverband zurück, der sich schon seit Jahren für einen Weltbienentag einsetzt. Der 20. Mai ist der Geburtstag des slowenischen Imkerpioniers Anton Janša (1734-1773). Er gilt als einer der ersten Lehrer der modernen Bienenhaltung. Außerdem ist der 20. Mai der Höhepunkt des Bienenjahres auf der nördlichen Halbkugel.

Die Vereinten Nationen möchten durch den Weltbienentag die Bedeutung der Bienen für die weltweite Ernährung hervorheben. Der Wert der Lebensmittel, die auf die Bestäubungsleistung der Bienen zurückgehen, beträgt laut Weltrat für biologische Vielfalt ca. 500 Milliarden Euro jährlich. Ein Supermarkt in Hannover nahm 2018 für einen Tag alle Produkte aus den Regalen, die es ohne Bienen nicht geben würde. Das Ergebnis: Rund 60% der ca. 2.500 Artikel fehlten.

Außerdem sollen durch den Weltbienentag auch die Probleme, unter denen Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten aktuell leiden, stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Wir brauchen die Biene, aber die Biene ist bedroht. Allerdings trifft das stärker auf die Wildbienen zu. 39 Wildbienen-Arten gelten inzwischen schon als ausgestorben. Die Zahl der Honigbienen-Völker ist dagegen in letzter Zeit sogar etwas angestiegen. Ca. 870.000 Honigbienen-Bienenvölker soll es laut Deutschem Imkerbund in Deutschland geben. Dies ist auf den unermüdlichen Einsatz vieler Imkervereine und auch die steigenden Zahl der Hobbyimker zurückzuführen.

Wir trauern um unseren Freund und Imkerkollegen

Hans Schweisgut

Hans war viele Jahre engagiertes Mitglied in unserem Verein. Er war als Ausbilder und Betreuer in unseren Neuimkerkursen tätig. Mit viel Sachverstand beantwortete er gerne imkerliche Fragen. Er verstand es mit  viel Ruhe und Kompetenz Fachwissen zu vermitteln. Wir alle im Verein sind ihm für seine vielen Einsätze  sehr dankbar. Er wird uns nicht nur als Vereinskamerad, sondern auch als Freund und Vorbild sehr fehlen. Unser tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie.

Gez.  Der Gesamtvorstand

Die Trauerfeier findet am 19. Mai 2020
um 15.00 h auf dem Friedhof in
Karlsbad-Spielberg, Holderäckerweg 6, statt.


Unser BSV hat zusammen mit den Amtsveterinären des Landratsamt Karlsruhe die Bienenvölker, die in dem Bereich des Sperrgebiets stehen, das unserem Vereinsgebiet zugerechnet wird, untersucht und beprobt (Sperrgebiet siehe Karte weiter unten).

Die gute Nachricht ist, dass bis dato keine Auffälligkeiten festgestellt werden konnten. Allerdings steht das endgültige Ergebnis der Beprobung noch aus. Das Ergebnis wird den betroffenen Imkern durch das Landratsamt im Lauf der nächsten Woche mitgeteilt werden. Mit einer weiteren Erweiterung des Sperrgebiets wird aber vorerst nicht gerechnet.

Aufgrund des vorläufigen Untersuchungs-Ergebnis können die strengen Maßnahmen, die wir für das Schleuderhaus getroffen haben, wieder etwas gelockert werden. Es gilt jetzt:

  • Imker mit Bienenvölkern und Waben, die nicht aus dem Sperrgebiet kommen, benötigen nur noch ein gültiges Gesundheitszeugnis (es kann also auch älter als 7 Tage sein).
  • Imker mit Bienenvölkern und Waben, die aus dem Sperrgebiet kommen, können das Schleuderhaus wieder benutzen, wenn sie ein gültiges Gesundheitszeugnis haben und zusätzlich die Bescheinigung des Landratsamts vorlegen, dass ihre Bienen gesund sind.

Es muss in diesem Zusammenhang nochmals auf die Wichtigkeit der Anmeldung bei der Veterinärbehörde hingewiesen werden. Nur dann kann man in einem Seuchenfall, wie diesem, benachrichtigt werden.

Gemäß § 1a Bienenseuchenverordnung müssen Bienenhalter alle Bienenvölker mit ihrem Standort bei der zuständigen Veterinärbehörde über einen Tierhalterantrag melden. Bei einer Neuanmeldung wird danach kostenlos eine zwölfstellige Betriebsnummer (Tierhalternummer) ausgegeben.

Für alle, die im Landkreis Karlsruhe wohnen und noch nicht angemeldet sind: Das Anmeldeformular für das Landratsamt Karlsruhe ist hier zu finden: Tierhalterantrag. Für andere Gebiete sind entsprechend andere Behörden zuständig.

Die Anmeldung dient dem Interesse aller Imker und gesunden Bienenvölkern in unserer Region. Imker ohne Anmeldung können die Bienen anderer Imker gefährden, weil sie im Ernstfall den Amtsveterinären und den BSV nicht bekannt sind und ihre Bienen nicht untersucht oder behandelt werden können.

Erster Kurstag am 12.05.2020

Am Dienstag, dem 12.05.2020, hat nach langer Wartezeit endlich der praktische Teil des Neuimkerkurs beginnen können. Wegen der Corona-Maßnahmen musste der Start immer wieder verschoben werden. Jetzt konnte endlich im Horbachpark in Ettlingen begonnen werden. Die Bienen der Neuimker waren schon da und haben auf ihre neuen Imker gewartet. Die Betreuer des Kurs hatten sie vorher aufgestellt und alles vorbereitet.

Am ersten Tag ging es um Grundlagen z.B. wie man Waben richtig zieht und kontrolliert ohne dabei die Königin zu verlieren, wie man dabei den Smoker gebraucht, was der Rauch bei den Bienen bewirkt, warum man einen Drohnenrahmen einbaut usw.

Der Kurs ist in dieser Form bisher einmalig. Die Auflagen der Stadt Ettlingen (kleine Gruppen, Abstand halten, Mund- und Nasenschutz tragen) müssen eingehalten werden. Deshalb wurden die Neuimker in 3 Gruppen eingeteilt und nicht wie sonst als gesamte Gruppe unterrichtet. Trotz der Einschränkungen hat es allen Spaß gemacht und konnte viel Wissen vermittelt werden. Auch das Wetter hat mitgespielt nachdem es am Tag vorher noch stark geregnet hat. Der Kurs findet jetzt regelmäßig jeden Dienstag im Horbachpark statt.

Die im Enzkreis ausgebrochene Amerikanische Faulbrut wurde auch an einem Bienenstand in Keltern-Weiler (Gewann Talhalden) amtlich festgestellt. Das Sperrgebiet wurde daher mit Wirkung ab 12.05.2020 auf den oben eingezeichneten Bereich der Karte (Teile Gemarkung Ittersbach und Langensteinbach) erweitert. Die Allgemeinverfügung des Landratsamt Karlsruhe ist hier zu finden:

Allgemeinverfügung des Landratsamt Karlsruhe

Unser zuständiger Bienensachverständiger (BSV) wird in Kürze zusammen mit dem Veterinär mit der Beprobung der Völker im Sperrgebiet beginnen.

Gemäß § 11 der Bienenseuchen-Verordnung gilt für den Sperrbezirk Folgendes:

  1. Alle Bienenvölker und Bienenstände im Sperrbezirk sind unverzüglich auf Amerikanische Faulbrut amtstierärztlich zu untersuchen. Diese Untersuchung ist frühestens zwei, spätestens neun Monate nach der Tötung oder Behandlung der an der Seuche erkrankten Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes zu wiederholen. Der Abstand zwischen beiden Untersuchungen muss mindestens acht Wochen betragen.
  2. Bewegliche Bienenstände dürfen von ihrem Standort nicht entfernt werden.
  3. Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften dürfen nicht aus den Bienenständen entfernt werden.
  4. Bienenvölker oder Bienen dürfen nicht in den Sperrbezirk verbracht werden.
  5. Ausnahmen von den Schutzmaßregeln des § 11 der Bienenseuchen-Verordnung können nach den Bestimmungen des § 11 Abs. 2 und 3 der Bienenseuchen-Verordnung auf Antrag vom Landratsamt Karlsruhe, Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung zugelassen werden.

Heute Morgen (08.05.2020) sind die Bienen der Neuimker in den Horbachpark in Ettlingen umgezogen. Nach den letzten Lockerungen der Corona-Maßnahmen kann der praktische Teil des Neuimker-Kurses jetzt endlich starten. Natürlich müssen trotzdem die üblichen Hygiene-Maßnahmen eingehalten werden. Betreuer und Neuimker freuen sich trotz der Einschränkungen, dass es endlich losgehen kann. Die Neuimker werden direkt über die genauen Modalitäten informiert.