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Am Mittwochabend, den 09.06.2021, hielt PD Dr. Peter Rosenkranz, der Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, exklusiv für die Mitglieder des Bienenzüchtervereins Ettlingen und Albgau e.V. einen Vortrag zum aktuellen Stand der Varroaforschung. Unter Coronabedingungen konnte das natürlich nur online als Zoom-Konferenz stattfinden. Der Vortrag stieß auf großes Interesse. Mehr als 60 Mitglieder hatten sich im Vorfeld bereits zur Konferenz angemeldet.

Dr. Rosenkranz berichtete aus seiner Praxis: Wo die Varroa-Forschung gerade steht, welche Forschungsprojekte gerade laufen und was er für die Zukunft erwartet. Besonders spannend war der Teil des Vortrags bei dem es um die Züchtung varroaresistenter Bienenvölker ging. Dr. Rosenkranz erklärte und zeigte mit Bildern wie aufwändig diese Art der Forschung ist. Sehr interessant waren auch z.B. die dargestellten Zusammenhänge zwischen Varroabefall und Winterverlusten.

Nach dem Vortrag beantwortet Dr. Rosenkranz die Fragen der Mitglieder. Fragen konnten über die Chat-Funktion eingereicht werden oder natürlich auch mit Mikrofon und Kamera gestellt werden.

Dr. Rosenkranz ging auch allgemein auf die aktuelle Situation jetzt Anfang Juni bei den Bienen ein. Im Moment ist das Hauptthema nicht Varroa, sondern dass genügend Futter vorhanden ist. 5 Kilo pro Volk müssen es schon sein, sonst hungert das Volk. Die klare Empfehlung war, wo immer keine 5 Kilo vorhanden sind, zuzufüttern.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass das eine ausgesprochen gelungene und informative Veranstaltung war. Wo sonst bekommt man so direkt Einsicht in die Forschung?

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Dr. Peter Rosenkranz für diesen tollen Vortrag. Herzlichen Dank auch an unser Vereinsmitglied Manuel, der diesen Vortrag organisiert und möglich gemacht hat.

Am Praxistag der Neuimker letzten Dienstag im Horbachpark - zum ersten Mal bei richtig gutem Wetter (!) - wurde bei der Kontrolle der Völker eine starke Schwarmstimmung beobachtet. Die Schwarmbildung ist die natürliche Vermehrung des Bienenvolks. Es wird eine neue Königin gezogen und ein großer Teil des Volkes zieht mit der alten Königin aus um Platz für die neue Königin zu schaffen.

Dies ist für den Imker natürlich nicht so toll. Er verliert, wenn er den Schwarm nicht mehr einfangen kann, einen großen Teil seines Volkes. Deshalb wird vorbeugend nach Weiselzellen gesucht, in denen das Volk sich eine neue Königin ziehen möchte. Diese Weiselzellen werden dann entfernt (siehe Bild oben). Dazu muss vor allem an den Wabenrändern genau gesucht werden. Oftmals verdecken viele Bienen die Sicht auf die Weiselzelle. Die Bienen können z.B. in die Beute abgeschüttelt werden (dabei muss man darauf achten die bisherige Königin nicht zu verlieren) oder auch vorsichtig zur Seite geschoben werden.

Bei den Völkern der Neuimker wurden fast in jedem Volk gleich mehrere Weiselzellen entdeckt und entfernt. Die Entfernung der Weiselzellen ist eine Methode um die Schwarmstimmung zu dämpfen. Es gibt natürlich noch weitere Dinge, die der Imker tun kann z.B. Platz schaffen durch Aufsetzen eines Honigraums oder auch selbst die Volkgröße durch eine Ablegerbildung reduzieren. Beides steht an den nächste Praxistagen auf dem Programm.

Auch letzten Dienstag, am 25.05.2021, fand wieder ein Praxistag der Neuimker statt. Das Wetter ließ eine detaillierte Kontrolle der Völker zu. Tatsächlich wurden in einigen Völkern Weiselzellen gefunden. Das ist ein Indiz dafür, dass die Völker schwärmen möchten. Die Neuimker haben die Weiselzellen entfernt, da die Völker natürlich nicht abschwärmen sollen.

Die Futterkontrolle ergab, dass bei den meisten Völkern immer noch zugefüttert werden muss. So schlecht wie 2021 war die Situation für die Neuimker schon lange nicht mehr. Alle hoffen auf besseres Wetter.

Bei den Decken-Innenarbeiten in der Hütte am Lehrbienenstand wurden am Dach Undichtigkeiten festgestellt. Bei starkem Regen dringt Wasser durch nicht mehr korrekt sitzenden Schraubverbindungen am Blechdach ein. Achim und Erich haben sich heute (28.05.2021) darum gekümmert.

Fehlerhafte Schrauben wurden ausgewechselt, undichte Verbindungen nachgezogen. Bei der Gelegenheit hat das Arbeitsteam auch gleich den Rasen vor der Hütte gemäht.

Schon vor ein paar Wochen wurde die Solaranlage auf dem Dach mit Dieters Hilfe neu verkabelt. Die Außendacharbeiten sind damit erstmal abgeschlossen. Vielen Dank allen, die mitgeholfen haben!

Die Innenarbeiten in der Hütte sind derzeit noch im Gang, können aber voraussichtlich auch bald abgeschlossen werden. Dann können - wenn die Coronazahlen weiter fallen - hoffentlich bald wieder Treffen am Lehrbienenstand veranstaltet werden.

Noch eine halbe Stunde vor Kursbeginn letzten Dienstag hat es in Strömen geregnet und sogar gehagelt. Pünktlich zum Kursbeginn um 18:30 Uhr hörte es auf zu regnen und es kam sogar die Sonne etwas heraus.

Damit waren die Bedingungen so, dass die Völker durchgeschaut werden konnten. Es stand wieder Futterkontrolle, Suche nach Stiften, Begutachtung des Brutumfangs und Schwarmkontrolle auf dem Programm. Bei einigen Völkern musste immer noch zugefüttert werden. Die Wetterbedingungen sind im Moment einfach zu schlecht. Auch einige Spielnäpfchen wurden gefunden und entfernt um einem Abschwärmen vorzubeugen. Die Betreuer zeigten den Teilnehmern wo auf der Wabe bevorzugt Spielnäpfchen angelegt werden und welche Stellen man genau kontrollieren muss. Dabei müssen auch schon mal ein paar Bienen vorsichtig zur Seite geschoben werden.

Die Bedingungen für den Neuimkerkurs 2021 sind derzeit schon herausfordernd. Teilnehmer und Betreuer hoffen auf bessere Bedingungen im weiteren Kursverlauf. Aber so ist es in der Imkerei: Hier gibt die Natur den Takt vor und nicht der Imker.

Die Vereinten Nationen hatten den 20. Mai Ende 2017 offiziell zum Weltbienentag ausgerufen. Die Wahl dieses Datums geht auf den slowenischen Imkerverband zurück, der sich schon seit Jahren für einen Weltbienentag einsetzt. Der 20. Mai ist der Geburtstag des slowenischen Imkerpioniers Anton Janša (1734-1773). Er gilt als einer der ersten Lehrer der modernen Bienenhaltung. Außerdem ist der 20. Mai der Höhepunkt des Bienenjahres auf der nördlichen Halbkugel.

Die Vereinten Nationen möchten durch den Weltbienentag die Bedeutung der Bienen für die weltweite Ernährung hervorheben. Der Wert der Lebensmittel, die auf die Bestäubungsleistung der Bienen zurückgehen, beträgt laut Weltrat für biologische Vielfalt ca. 500 Milliarden Euro jährlich.

Außerdem sollen durch den Weltbienentag die Probleme, unter denen Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten aktuell leiden, stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Wir brauchen die Biene, aber die Biene ist bedroht. Allerdings trifft das stärker auf die Wildbienen zu. 39 Wildbienen-Arten gelten inzwischen schon als ausgestorben. Die Zahl der Honigbienen-Völker ist dagegen in letzter Zeit sogar etwas angestiegen. Über 1 Million Honigbienen-Bienenvölker soll es laut Deutschem Imkerbund in Deutschland geben. Dies ist auf den unermüdlichen Einsatz vieler Imkervereine und auch die steigenden Zahl der Hobbyimker zurückzuführen.

Zum Weltbienentag hat der Deutsche Imkerbund eine Pressemitteilung herausgegeben, die hier zu finden ist: Pressemitteilung des D.I.B. zum Weltbienentag

Quelle: https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/

Die Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim hat uns mitgeteilt, dass sie in den Neubau auf dem Universitätsgelände umgezogen ist. Die neue Adresse ist:

Landesanstalt für Bienenkunde
Universität Hohenheim
Erna-Hruschka-Weg 6
70599 Stuttgart

Es hat sich nur die Straße geändert. Mehr Infos unter
https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/

Das Fachzentrum für Bienen und Imkerei in Mayen hatte unter der Leitung von Dr. Christoph Otten eine Online-Umfrage zu den Winterverlusten 2020/2021 durchgeführt. Fast 14.000 Imker aus ganz Deutschland haben sich daran beteiligt. Da leider nicht immer das Bundesland oder andere Herkunftsinformationen angegeben wurden, konnten "nur" 10.400 Einzelangaben ausgewertet werden.

Die Ergebnisse sind inzwischen veröffentlicht. Danach starben im letzten Winter je nach Rechenweg (s. Fußnote der Tabelle) zwischen 12,7 und 14,8 Prozent aller Bienenvölker in Deutschland.

Die Verluste waren, laut den Angaben der an der Umfrage beteiligten Imker, in Sachsen-Anhalt mit 21% am höchsten, während die Imker aus Niedersachen die geringste Verlustquote mit 8,1% übermittelten. In Baden-Württemberg betrugen der Verluste im Durchschnitt 11,8 %. In unserer Region, Karlsruhe, wurden die Verluste mit durchschnittlich 11,2 % angegeben.

Nach der Umfrage von Dr. Christoph Ottens Team hatte insgesamt jeder zweite Imker in Deutschland Völkerverluste in seiner Imkerei zu verkraften. Die Detailergebnisse sind am Ende des Infobriefs des Bieneninstuts zu finden (Seite 4). Hier der Link zum Infobrief: Infobrief 10-2021 Honigernte und Winterverluste

Am letzten Dienstag (11.05.2021) fand wieder ein Praxistag für die Neuimker statt. Leider war das Wetter gar nicht gut. Normalerweise würde man bei solchem Wetter nicht an die Bienen gehen. Eine Terminverlegung war aber leider kurzfristig nicht möglich und eine Futter- und Schwarmkontrolle dringend erforderlich.

Einige der Betreuer haben bei ihren eigenen Bienen schon Weiselzellen für neue Königinnen entdeckt. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass das Volk schwärmen möchte. Zwei Betreuer haben bei sich zuhause sogar schon einen fremden Schwarm eingefangen.

Somit wurde es auf jeden Fall Zeit eine Schwarmkontrolle und vor allem in dieser Schlechtwetter-Periode auch eine Futterkontrolle durchzuführen. Natürlich musste das alles sehr schnell gehen. Die Bienen sollen ja nicht so lange offen bleiben. Schwarmmäßig sah es recht gut aus, beim Futter musste aber bei einigen Völkern nachgelegt werden.

Dieses Jahr scheint wohl kein gutes Bienen- und Honigjahr zu werden. Letztes Jahr haben manche Imker um diese Zeit bereits zum ersten Mal geschleudert.

Zum Abschluss des Praxistages gab es dann nochmal ein bisschen Theorie zur Entwicklung der Honigbiene. Christian hatte sehr schönes Lehrmaterial dabei. Allerdings musste auch das sehr schnell gehen, denn die Teilnehmer waren schon ziemlich durchnäßt. Hoffen wir, dass wir beim nächsten Mal wieder besseres Wetter haben und sich 2021 doch noch zu einem einigermaßen guten Bienenjahr entwickelt.

Am frühen Montagmorgen (10.05.2021) fuhr der große LKW vor und brachte das bestellte Bienenfutter. Der Bienenzüchterverein Ettlingen und Albgau e.V. hatte für seine Mitglieder eine Sammelbestellung organisiert. Viele Mitglieder haben sich daran beteiligt. Es sind insgesamt mehr als 6 Tonnen Bienenfutter zusammengekommen.

Da es letztes Jahr teilweise zu Engpässen beim Bienenfutter kam, haben wir dieses Jahr schon frühzeitig bestellt. In drei Zeitfenstern über den Tag verteilt konnte das Futter abgeholt werden. Alles erfolgte natürlich Corona-konform mit Maske und Abstand.

Das Futter für die Bienen der Neuimker war auch dabei. Einige Neuimker erklärten sich bereit das Futter für den Neuimkerkurs abzuholen und morgen (11.05.2021) in den Horbachpark zu bringen.

Am Abend konnte dann Hedi, unsere 1. Vorsitzende, ihren Parkplatz wieder benutzen. Das komplette Futter war abgeholt.