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V.l.n.r.: Erich Gebhardt, Hedwig Kohler, Christine Neumann-Martin, Gisela Kleinsorge, Michael Rösner

Am Montagmorgen, den 1.8.2022, hat sich der Vorstand des Bienenzüchtervereins Ettlingen und Albgau e.V. mit der Landtagsabgeordneten Christine Neumann-Martin getroffen. Frau Neumann-Martin kam auf ihrer Sommertour 2022 bei uns vorbei um den Verein besser kennenzulernen und um über die geplante Ehrenamtskarte zu sprechen.

CDU und Grüne wollen die im Koalitionsvertrag vereinbarte Ehrenamtskarte für Baden-Württemberg auf den Weg bringen. Mit der Ehrenamtskarte soll soziales Engagement in Ehrenämtern belohnt und gefördert werden. Vorstellbar ist zum Beispiel verbilligter Eintritt ins Kino, Theater oder Schwimmbad. Frau Neumann-Martin besucht auf ihrer Sommertour mehrere Vereine um direkt vor Ort mit den Menschen, die in einem Ehrenamt arbeiten, zu sprechen.

Bei bestem Wetter wurde auf unserem Vereinsgelände zwei Stunden lang diskutiert welche Leistungen eine Ehrenamtskarte haben könnte und wie man das auch administrativ gestalten kann. Dabei ging es zum Beispiel darum, wer den Nachweis ausgeben könnte, dass jemand in einem Ehrenamt tätig ist. Auch wurde die Frage diskutiert ob eine einzige Ehrenamtskarte ausreichend ist oder ob es Abstufungen je nach Umfang der Ehrenamtsleistung geben müsste. Insbesondere wurden auch die Unterschiede eines Bienenzüchtervereins im Vergleich zu z.B. einem Sport- oder Gesangsverein besprochen. Frau Neumann-Martin konnte sich viele Notizen machen und einige Anregungen mit nach Hause nehmen.

Natürlich nutzte Frau Neumann-Martin auch die Gelegenheit unser Vereinsgelände und das Schleuderhaus zu besichtigen und sich über den aktuellen Stand der Imkerei und der Gesundheit der Bienen zu informieren.

Am Dienstag, 02.08.2022, fand der Neuimkerkurs-Praxistag gleich an zwei verschiedenen Orten statt. Begonnen wurde am Lehrbienenstand auf dem Vereinsgelände auf dem die Ableger der Neuimker stehen. Dort wurde kontrolliert wie weit die Ableger sind. Ein Ableger war noch nicht in Eilage und ein Ableger hat eine sehr kleine Königin. Die anderen Ableger waren gut entwickelt, so dass sie schon teilweise mit nach Hause an ihren zukünftigen Standort genommen werden konnten.

Nach der Ablegerkontrolle ging es wieder in den Horbachpark in Ettlingen um bei den dort stehenden Völkern eine Kontrolle des Nassenheider-Verdunsters, der zur Varroabehandlung eingesetzt wurde, vorzunehmen. Leider gab es auch ein krankes Volk im Horbachpark, das sich den Paralysevirus eingefangen hatte. Mehrere Sanierungsversuche blieben leider erfolglos. Zum Schutz der anderen Völker blieb leider keine andere Möglichkeit als dieses Volk aufzugeben und abzuschwefeln. Das hatten wir im Neuimkerkurs auch noch nie.

Dieser traurige Anlass wurde im Neuimkerkurs nochmal dazu genutzt um über Bienenkrankheiten wie das Paralysevirus und die Amerikanische Faulbrut zu sprechen. Außerdem wurden nochmal Hygieneverfahren bei der Säuberung der Beuten und der Imkermaterialien erläutert. Es ist wichtig bei Verdacht auf Bienenkrankheiten immer einen unserer BSV (Bienenschverständige) hinzuzuziehen.

Am Mittwoch, 20.07.2022, fand wieder ein Termin im Fortgeschrittenenkurs, dem Imkerkurs 2, im Kurpark in Waldbronn statt. Es wurden viele Themen besprochen und die Fragen der hochmotivierten Teilnehmer beantwortet. Zum Beispiel zum Thema Flugling.

Ein Flugling ist eine Methode zur Varroareduzierung und Völkervermehrung im Sommer. Man kann sie von ca. Mitte Juli bis ca. Mitte August anwenden. Dabei wird das Volk aus dem man einen Flugling bilden möchte (Brutling) auf eine vorbereitete Beute mit Boden, Brutraum, Mittelwänden und Deckel gestellt. Die Flugbienen verlassen den Brutling in der oberen Beute und fliegen, wie sie es gewohnt sind, bei der Rückkehr wieder unten ein, also in die neue vorbereitete Flugling-Beute. Aus dem Brutling wird die Königin entnommen und in den Flugling eingebracht. Der Brutling zieht sich eine neue Königin. Zeitnah wird dann der Flugling neben den Brutling gestellt.

Auch eine Alternative zum Flugling, der Saugling, wurde besprochen. Diese Methode kann angewendet werden, wenn man die Königin im Brutling nicht findet.

Im Imkerkurs 2 wurde Folgendes gemacht:

  • Flugling mit Oxalsäure besprüht
  • Kontrolle Brutling (mehrer Weiselzellen sind angelegt)
  • Ein Flugling wurde vermutlich ausgeräubert und ist weisellos (ohne Königin), deshalb wurde eine Wabe mit Brut und Weiselzelle zugehängt

Außerdem wurde nochmal das Einfüttern (z.B. Unterschiede und Anwendungsbereiche von festem und flüssigem Futter) besprochen und die Anwendung von Ameisensäure erläutert (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, ...).

Kurz vor dem Gewittereinbruch konnte der Kursttag beendet werden und alle kamen trockenen Fußes nach Hause.

Am Dienstag, den 19.07.2022 stand in unserem Neuimkerkurs die erste Futtergabe nach der Honigentnahme am Samstag davor an. Die Betreuer erklärten den Unterschied und die Anwendungsbereiche von festem und flüssigem Futter und beantworteten die zahlreichen Fragen der Kursteilnehmer. Alle sind sehr motiviert und interessiert. Der Bienenflugbetrieb war am Kurstag sehr hoch. Es war richtig was los. Nächste Woche wird wahrscheinlich schon die Vorbereitung für die erste Behandlung gegen die Varroamilbe mit dem Nassenheider auf dem Programm stehen.

Die ganze Zeit haben unsere Neuimker daraufhin gefiebert. Am Samstag, den 16.07.2022 war es dann soweit: Die Honigernte stand im Kurs auf dem Programm. Die Honigwaben wurden in das vereinseigene Schleuderhaus transportiert und dort entdeckelt.

Anschließend kamen sie in die Schleuder und wurden unter kompetenter Anleitung ausgeschleudert. Schon bald floss das "flüssige Gold" aus dem Ablasshahn. Die Ernte war sehr erfolgreich. Über 100 Kg konnten unsere Neuimker ernten. Alle waren total begeistert.

Leider konnte unsere 1. Vorsitzende Hedwig Kohler, die sonst immer beim Schleudern im Neuimkerkurs dabei ist, diesmal wegen einer Corona-Infektion nicht dabei sein. Sie bedankt sich deshalb ganz besonders bei den Betreuern, die sofort eingesprungen sind und sogar ihren eigenen Honig mitgeschleudert haben: "Das ist toll, dass alle füreinander da sind und sich alle gegenseitig helfen".

Großes Lob kam auch von den Neuimkerkurs-Teilnehmern an die Kursbetreuer. Alle Kursbetreuer sind super motiviert, engagiert und vermitteln mit viel Kompetenz die für die Imkerei notwendigen Kenntnisse.

Am Sonntagmorgen, dem 03.07.2022, fand bei bestem Wetter unser Monatstreffen Juli auf unserem Vereinsgelände am Lehrbienenstand statt. Hedwig Kohler, die 1. Vorsitzende, konnte fast 30 Vereinsmitglieder begrüßen. Danach hielt Klaus Albiez, der Vizepräsident des Badischen Landesverbands, einen Vortrag zum Thema Winterverluste bzw. wie man diese vermeiden kann. Es gibt neue wissenschaftliche Erkenntnisse wie zum Beispiel die Art und Weise der Einfütterung im Spätsommer/Herbst schon großen Einfluß auf das Überleben der Bienen haben kann.

Immer wieder wundern sich Imker, dass eigentlich starke Völker nicht durch den Winter gekommen sind. Klaus sprach einige mögliche Ursachen an und was man tun kann um möglichst viele Völker durch den Winter zu bringen. Ebenso ging er auf die Varroamilbe als eine mögliche Ursache der Wintersterblichkeit ein. In dem Zusammenhang wies er auch darauf hin, dass die Ameisensäureeinbringung mit dem Schwammtuch nicht mehr zulässig ist und ein Bestandsbuch geführt werden muss (eine Vorlage kann hier heruntergeladen werden).

Im Anschluß konnten die anwesenden Vereinsmitglieder Fragen an Klaus stellen, die er mit großer Fachkompetenz beantwortet hat. Zum Monatstreffen gab es diesmal auch Brezeln und Getränke. Natürlich kam auch der Austausch zwischen den Mitgliedern nicht zu kurz. Das nächste Monatstreffen findet am 07.08.2022 wieder von 10:00 bis 12:00 Uhr auf unserem Vereinsgelände statt.

Am Samstag, den 25.06.2022 fand wieder ein Arbeitseinsatz auf unserem Vereinsgelände statt. Löcher wurden gegraben, Hecken geschnitten, Rasen gemäht, Regale angepasst, die Küche geputzt, schwere Kühlschränke umgestellt, Festbänke umgestapelt, der hintere Anbau wurde ausgeräumt, damit das Dach fertiggemacht werden kann und noch vieles mehr.

Es gab natürlich auch zu Essen und zu Trinken und der Spaß kam auch nicht zu kurz. Das war wieder ein gelungener Arbeitseinsatz! Vielen Dank allen fleißigen Helfern, die das möglich gemacht haben. Ihr wart großartig!

Neben dem Neuimkerkurs läuft im Bienenzüchterverein Ettlingen und Albgau e.V. auch einmal im Monat der Imkerkurs 2. Der Imkerkurs 2 ist für fortgeschrittene Imker, die den Neuimkerkurs bereits absolviert haben oder sich Kenntnisse auf anderem Weg angeeignet haben. Am letzten Kurstag musste ein drohnenbrütiges Volk aufgelöst werden. In ein vermutlich weiselloses Volk wurde eine Wabe aus einem anderen Volk eingehängt, damit sich das Volk eine neue Königin ziehen kann.

Den Teilnehmern im Imkerkurs 2 macht es viel Spaß. Es wird viel diskutiert und auch über andere Beutensysteme und andere Imkerarten gesprochen. Das ist auch der Sinn des Imkerkurs 2. Im Neuimkerkurs wird nach der Methode von Gerhard Liebig und im Zandermaß zweizargig geimkert. Im Imkerkurs 2 können auch andere Methoden und Imkerarten besprochen werden. Natürlich werden auch im Imkerkurs 2 die Methoden aus dem Neuimkerkurs weitergeführt. Die Teilnehmer können immer Fragen stellen und sich noch mehr praktische Kenntnisse aneignen.

Es besteht der Wunsch, dass der Imkerkurs 2 auch zukünftig weitergeführt wird. Ursprünglich war er nur für eine Saison geplant. Im Vorstandskreis wird besprochen werden, wie der Imkerkurs 2 weiterlaufen kann.

Der Bienenzüchterverein Pforzheim e.V. veranstaltet zusammen mit dem Kreisverband Pforzheim/Enzkreis einen Themenabend mit dem Titel "Verluste an Bienenvölkern im letzten Winter - Ursachen und Ausblick". Die Veranstaltung findet

am Donnerstag, den 23.06.2022 um 18:00 Uhr
in der Vereinsgaststätte des Musikvereins Eutingen, Sägewerkstr. 4a, 75181 Pforzheim-Eutingen

statt. Referenten sind z.B.:  

  • Dr. Ralph Büchler, der Leiter des Bieneninstituts Kirchhain
  • Dr. Kirsten Traynor, die Leiterin der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim  

Im Anschluss an die Vorträge gibt es eine offene Podiumsdiskussion mit weiteren fachkundigen Personen z.B. mit Josef Birk, dem Zuchtwart der Gemeinschaft Europäischer Buckfastimker und Tobias Miltenberger von Pro Biene.   Alle Mitglieder des Bienenzüchtervereins Ettlingen und Albgau e.V. sind zu dieser Veranstaltung recht herzlich eingeladen.

Ab diesem Jahr müssen Erwerbs-, Nebenerwerbs-, und Hobbyimker Varroabehandlungen mit Ameisen-, Milch-, und Oxalsäure, sowie die Anwendung aller anderen verschreibungspflichtigen, apothekenpflichtigen und freiverkäuflichen Tierarzneimittel, in einem Bestandsbuch dokumentieren. Bisher reichte das Dokumentieren apothekenpflichtiger Mittel aus.  

Die neue EU-Verordnung EU TAM VO 2019/6, die das regelt, ist bereits am 28.1.2022 europaweit in Kraft getreten. Der Deutsche Imkerbund hat dafür eine Bestandsbuch-Vorlage entwickelt, die hier heruntergeladen werden kann: Bestandsbuchvorlage_DIB.pdf.

Ein weiterer wichtiger Punkt findet sich in Artikel 106 der EU-Verordnung. Dort heißt es: „Tierarzneimittel werden in Übereinstimmung mit den Zulassungsbedingungen angewendet.“ Damit sind Behandlungsmethoden wie etwa die Ameisensäureeinbringung mit dem Schwammtuch verboten. Diese weit verbreitete Behandlung ist in der Zulassung von Ameisensäure nicht beschrieben und damit nicht zulässig.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema sind z.B. hier zu finden: