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In seinem Buch "Evolution der Bienenhaltung" setzt sich Torben Schiffer sehr kritisch mit der heutigen Art und Weise der Imkerei auseinander. Seiner Meinung nach ist die heute gängige "Kistenhaltung" nicht artgerecht. Sie würde vor allem der Maximierung des Honigertrags dienen.

In der Natur würden Honigbienen Baumhöhlen mit einem Volumen von 20-40 Litern bewohnen. Dadurch entsteht mit der Zeit ein Raumproblem für die Bienen, das sich aber positiv auf das Verhältnis Brut zu Vorräten und vor allem günstig für den Varroabefall auswirkt. Dieses Raumproblem entsteht in der modernen Imkerei nicht mehr, da der Imker immer rechtzeitig für eine Erweiterung sorgt. Die Form und die Größe der heutigen Beuten bringen, nach Herrn Schiffers Meinung, auch weitere Nachteile mit sich - z.B. die Temperatur und Feuchtigkeitsregelung. Ein Volk in einer Baumhöhle braucht deutlich weniger Futter um über den Winter zu kommen, weil es sich weniger um die Temperatur- und Feuchtigkeitsregelung kümmern muss. Herr Schiffer ist sich außerdem sicher, dass Bienenvölker bei artgerechter Haltung auch mehrere Jahre ohne Varroabekämpfung durch einen Imker überleben könnten.

Torben Schiffer ist Biologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Würzburg im Team Hobos (HOneyBee Online Studies) unter der Leitung von Professor Jürgen Tautz. Er hat das Unternehmen „Beenature-Project“ und den Verein „Beenature – Save the Bees, Verein zur Rettung der Honigbienen e.V.“ gegründet und das weltweit erste Artenschutzprogramm für Honigbienen, die Beekeeping (R)evolution / Imkerei(R)evolution, ins Leben gerufen.

Wer sich mit den durchaus gegensätzlichen und vielleicht etwas extremen Ansichten zur Imkerei von Herrn Schiffer auseinandersetzen möchte und sich selbst eine Meinung bilden möchte, kann dies unter diesem Link tun:

https://beenature-project.com/

oder natürlich sein Buch "Evolution der Bienenhaltung" lesen, das auch Tipps und Baupläne für artgerechte Bienenwohnungen - den Schiffer-Tree - enthält. Es ist im Verlag Eugen Ulmer erschienen. Die ISBN-Nummern sind
ISBN-10 : 3818609241
ISBN-13 : 978-3818609245

Mit Beginn der geschützten Vegetationsperiode sind seit dem 1. März bis zum 30. September Rodungen und Gehölzrückschnitte laut Pragraph 39 des Bundesnaturschutzgesetzes weitgehend eingeschränkt bzw. nicht mehr erlaubt. Äußerst bedauerlich findet der Präsident des Deutschen Imkerbundes e.V. (D.I.B.), Torsten Ellmann, jedoch radikale Weidenrückschnitte bis auf den Stock vor diesem Termin. Er erklärt den Grund: „Weiden sind ein wichtiger Pollen-und Nektarspender für unsere Honigbienen. Sie tragen zur Erstversorgung des Bienenvolkes nach der Winterruhe bei.“

Das Rückschnittverbot gilt bisher nicht für private Hausgärten. Vielen ist allerdings die Bedeutung des Rückschnittverbotes nicht klar. Mit dieser Gesetzesregelung sollen zwar in erster Linie Vögel und deren Nistplätze geschützt werden, aber Insekten, wie Bienen und Schmetterlinge, profitieren ebenfalls davon.

Für diese Insekten ist unser Hausgarten ein wichtiges Refugium. Der Flugradius von Wildbienen beträgt zum Beispiel nur wenige 100 Meter. Sie sind deshalb in diesem Radius auf Nist-und Nahrungsmöglichkeiten angewiesen, um zu überleben. Werden Bäume, Büsche, Ziersträucher, lebende Zäune oder Hecken im Garten geschnitten, gehen mit jedem Schnitt viele pollen-und nektarreiche Blüten verloren, die im Frühjahr und Sommer eine wichtige Nahrungsquelle für die verschiedensten Insektenarten darstellen. Deshalb sollte jeder genau überlegen, welcher Formschnitt wirklich nötig ist.

Der D.I.B. hat dazu auch eine Presseinformation herausgegeben. Sie ist unter diesem Link erreichbar: Pause für Säge und Heckenschere

"Auch wenn sie ihr Leben lang am selben Fleck stehen: Bäume sind keine stummen, einsamen Wesen. Im Wald haben sie Freunde und Geschäftspartner, Familienangehörige und Feinde. Und mit allen sind sie vernetzt."

Darum geht es in Folge 1 der ZDF Terra-X Reihe "Unsere Wälder". Folge 2 und Folge 3 beschäftigen sich mit weiteren Themen rund um unsere Wälder. Die Mediathek des ZDF kann kostenlos und ohne Anmeldung benutzt werden. Hier der Link zu Folge 1 "Unsere Wälder": Terra-x Dokumentation Unsere Wälder

Wer gerne einen eigenen Wachskreislauf haben möchte, kann sich seine Mittelwände aus eigenem Wachs selbst herstellen. Unser Mitglied Christian hat das mal ausprobiert. Hier sein Erlebnisbericht:

Zuerst habe ich das Wachs einige Male geklärt, also immer wieder geschmolzen und langsam abkühlen lassen. Dann die untere Schmutzschicht entfernt. Das ging mit einem Stemmeisen hervorragend. Anschließend habe ich den Block zerkleinert und die Brocken dann langsam aufgeschmolzen. Das habe ich in einem Wachstopf gemacht, der in einem Einkochkessel hängt.

Da die Form der Mittelwandpresse Dadantgröße hat, kann man alle kleineren Maße zuschneiden. Sehr praktisch für Honigräume in Zander 2/3-Maß, denn so bekommt man aus einer gegossenen Mittelwand gleich zwei raus. Nach dem Schneiden sehen sie auch echt gut aus. Insgesamt sind sie etwas dicker. Der Durchschnitt liegt bei 142 g für eine ZaDant Mittelwand, also etwa 100 g für eine Zander Mittelwand, welche sonst nur etwa 75-85 g wiegt. Stört mich aber nicht, denn ich glaube die Waben sind beim Schleudern dadurch etwas stabiler (werde ich dieses Jahr feststellen) Definitiv besser sind sie zum Einlöten.  

Großer Vorteil an der Sache (der Hauptgrund warum ich selbst umarbeite): Man sieht ganz links sehr helle Mittelwände, das ist reines Entdeckelungs- und Naturbauwachs, welches ich nur mit etwas Honigwasser (wenn überhaupt) als Trennmittel zu Mittelwänden umgearbeitet habe. Der Rest ist herkömmlich ausgeschmolzenes Wachs, jedoch will ich langfristig so alles fremd eingekaufte Wachs aus meinen Völkern ausschleusen. Die letzten drei Jahre habe ich jeden Wachskrümel gesammelt um diese Menge zusammen zu bekommen, das reicht zum Glück erst mal eine Weile.  Pro Stunde komme ich durchschnittlich auf 30 oder mehr Mittelwände. Einen vollen Wachstopf mit 10kg Inhalt kann man (wenn alles vorbereitet ist) in etwa 3-4 h in seine gewünschte Mittelwandgröße umarbeiten. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen (siehe Bild ganz oben).

Die Mittelwand-Presse, die Christian benutzt hat, ist gegen eine Gebühr zu Verleihen. Ebenso das Zubehör (Einkochtopf mit Wachstopf, Wasserpumpe für den Kühlkreislauf, Schöpfkelle und Metallspachtel sowie ein paar gängige Schablonen für den Zuschnitt). Wer Interesse hat und auch mal selbst Mittelwände herstellen möchte, kann sich gerne an Christian wenden. Dazu einfach hier über unser Kontaktformular melden.

Hier gibt es zur weiteren Information auch ein YouTube-Video eines anderen Imkers, der mit derselben Mittelwandpresse arbeitet:
https://www.youtube.com/watch?v=3Z-9RFP-Yoc

Der neue Infobrief von Bruno Binder-Köllhofer, Fachberater für Imkerei im Regierungspräsidium Freiburg, ist veröffentlicht.

Diesmal geht es z.B. um Fluglochbeobachtung und Volkskontrolle. Außerdem weist Herr Binder-Köllhofer auf Online-Fortbildungsmöglichkeiten beim Landesverband Badischer Imker e.V. hin. Wie immer listet Herr Köllhofer auch auf was gerade am Bienenstand zu tun ist.

Der Infobrief ist über diesen Link erreichbar:
Imker Infobrief aus Freiburg Ende Februar

Am Dienstag, den 16.02.2021 fand ein Webinar für unsere Neuimker 2021 statt. Auch die Neuimker des letztjährigen Kurses waren noch einmal eingeladen. Der Neuimkerkurs 2020 konnte wegen Corona leider erst verspätet starten und wir waren noch nicht auf Online-Konferenzen und -Seminare vorbereitet. Jetzt können wir die Lerninhalte auch online vermitteln. Die letztjährigen Kursteilnehmer sind deshalb nochmal zu den ersten Terminen des Kurses 2021 eingeladen.

Die Technik hat mitgespielt und so konnte Christian den Teilnehmern Wissenswertes zum Thema Bienenwachs erzählen z.B. wie es entsteht, wie es verarbeitet wird, wie Mittelwände daraus gemacht werden und worauf man beim Kauf von Mittelwänden achten sollte. Anschließend demonstrierte er live wie Mittelwände eingelötet werden. Dies kann natürlich keine praktische Übung ersetzen. Aber die Teilnehmer erhielten einen erstes Eindruck, wie das geht und worauf man achten muss. Wenn der praktische Teil des Kurses dann startet, wird es sicher noch Gelegenheit für die Teilnehmer geben, das Einlöten mal selbst zu üben.

Im zweiten Teil des Webinars erzählte Manuel den Teilnehmern Interessantes zur Biologie der Bienen z.B. wie viel Bienenarten es gibt, was sie unterscheidet und wie die Anatomie der Honigbiene aussieht. Er erklärte die drei Typen der Honigbienen (Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen), wie sie sich unterscheiden und welche Aufgaben sie haben.

Im Anschluß wurden noch Fragen der Teilnehmer beantwortet und organisatorische Dinge zum Kurs geklärt. Peter erklärte zum Beispiel wie das Aufstellen der Bienen im Horbachpark erfolgen wird.

Das nächste Online-Webinar wird am 02.03.2021 stattfinden. Inhalt sind dann die Imkerarbeiten im Lauf eines Jahres.

Das Bundeskabinett hat heute, am 10.02.2021, auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze das Insektenschutzgesetz auf den Weg gebracht, mit dem zahlreiche Neuregelungen im Bundesnaturschutzgesetz vorgenommen werden. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass Biotope wie Streuobstwiesen und artenreiches Grünland für Insekten als Lebensräume erhalten bleiben.

Auch die Lichtverschmutzung als Gefahr für nachtaktive Insekten kann künftig eingedämmt werden.

Das Kabinett stimmte auch der parallel vom Bundeslandwirtschaftsministerium eingebrachten Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung zu, die zu mehr und besseren Lebensräumen für Insekten führen wird. Demnach wird der Einsatz von Glyphosat zunächst stark eingeschränkt und Ende 2023 ganz verboten. In Schutzgebieten soll auch der Einsatz zahlreicher anderer Pflanzenschutzmittel verboten werden. Auch an Gewässerrändern gelten künftig Pestizid-Einsatzverbote (Quelle: Pressemitteilung BMU vom 10.02.2021).

Das Insektenschutzgesetz muss jetzt noch durch den Bundestag und den Bundesrat. Die Zeit drängt, damit es vor dem Ende der Legislaturperiode noch umgesetzt werden kann. Zur kompletten Pressemitteilung des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geht es hier:
Pressemitteilung Nr. 019/21

Der neue Infobrief des Fachberaters für Imkerei im Regierungspräsidium Freiburg, Bruno Binder-Köllhofer, ist veröffentlicht. Diesmal geht es um Wetterbeobachtung, Fluglochbeobachtung und Gewichtskontrolle. Außerdem listet Herr Binder-Köllhofer wie immer auf, was jetzt gerade zu tun ist. Zum Beispiel:

  • Rähmchen richten
  • Zargen sichten und ggf. reparieren
  • Mittelwände gießen/umarbeiten

Der neue Infobrief ist über diesen Link abrufbar:
Imker-Infobrief_aus_Freiburg_Februar.pdf

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